Offshoring von Unternehmen
Offshoring bzw. die Verlagerung von Prozessen ins Ausland ist für Unternehmen verlockend, die Logik ist einfach. Wo die Arbeitskosten sehr hoch sind, siedelt man arbeitsintensive Prozesse im günstigeren Ausland an. Auf zwischen 20 und 40 Prozent schätzen Studien übereinstimmend die zu erzielenden Einsparpotenziale. Unternehmen, die sich mit Offshoring beschäftigen, müssen sich fragen: Was soll wohin verlagert werden? In einer weltweiten Befragung der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton lagen IT-Prozesse an erster Stelle, gefolgt von Finanzen und Einkauf.
Die Frage nach dem interessantesten Zielland liefert die Unternehmensberatung A.T. Kearney; sie hat einen Index entwickelt. Indien belegt den ersten Platz, gefolgt von China. Da sich der Index nicht nur an der Kostensituation der Länder orientiert, gehört auch Kanada dank seiner Infrastruktur und Qualität des politischen Umfelds zu den ersten Adressen.
Standort-Kriterien: Unternehmensprozesse ins Ausland zu verlagern, erfordert auch Kenntnis der ökonomischen und politischen Bedingungen sowie der Qualifikation der Arbeitskräfte. Zu viele Unternehmen machen ihre Entscheidung für ein Offshoring vor allem an den Kosten fest. Doch schließlich machen in vielen Branchen — beispielsweise in der Zulieferindustrie — die direkten Lohnkosten nur 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Dabei sind Qualitäts- und Logistikkosten, die im Zuge des Offshoring anfallen, noch nicht berücksichtigt und machen so manchen Kostenvorteil wieder zunichte.