Offshore Isle of Man
Steueroase Isle of Man
- Fläche: 572 qkm
- Sprachen: Englisch, Manx
- Währung: Pfund Sterling (eigene Geldzeichen)
- Einwohner: 79800
- Hauptstadt: Douglas
- Inflation: 3 Prozent
- Arbeitslosigkeit: 1,6 Prozent
Das Kleinod in der Irischen See zwischen Irland und Großbritannien steht unter der Schirmherrschaft der britischen Krone. In Fragen der Außenpolitik und Verteidigung verlassen sich die Insulanauf das knapp 100 Kilometer entfernte britische Festland. Tourismus und Landwirtschaft waren bis vor einigen Jahren die Haupeinnahmequelle der Insulaner.
Heute dagegen erwirtschaften über 45 000 vornehmlich britische Gesellschaften mit ihren Offshore Aktivitäten bereits 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Regierung setzt daher verstärkt auf den Ausbau der Insel zum Finanzzentrum. Aber auch das Schifffahrtsregister in Douglas kann sich sehen lassen. Steuerfreiheit, niedrige Kosten und eine nur einmalige Anmeldegebühr locken ausländische Reeder an. Steuerliche Vergünstigungen, die Mitgliedschaft im Sterling-Währungsgebiet und gute Verbindungen nach Großbritannien sind Motto dieser Entwicklung. Die Insel gehört der EU-Freihandelszone an und ist mit Ausnahme der Außenpolitik von allen Aspekten der Römischen Verträge ausgenommen; sie hat das Recht, Steuern selbst festzulegen und einzuteilen.
Rechtssystem: Entspricht dem britischen Common Law, Gesellschafts- und Steuerrecht werden durch die Company Acts v 1931 und 1974 geregelt.
Patentschutz: Entspricht den britischen Gesetzen
Wohnsitznahme: Für EU-Angehörige problemlos. Man mus etwa 50 000 Pfund bares Einkommen nachweisen. Gewünschte Steueraufkommen sind 10 000 Pfund pro Jahr. Jeder Ausländer der auf der Insel eine Immobilie kauft, muss zusätzlich 50 Prozent des Kaufpreises auf zehn Jahre in unbeleihbaren Regierungsanleihen anlegen. In den letzten Jahren verzeichnet die Isle of Man,, nicht zuletzt auf Grund des beachtlichen Wirtschaftswachstums, eine spürbare Einwanderungszunahme. Dies hat den Druck auf, den Immobilienmarkt und die Infrastruktur erhöht und Spekulationen genährt, wie lange die Insel sich eine praktisch ungehindert Einwanderung noch leisten kann. So wurde ein Gesetz verabschiedet, Einwanderungsbeschränkungen zu erlassen.
Wachstum um des Wachstums willen ist nicht die Politik der Regierung: Sie setzt auf ein qualitatives Wachstum, das echten Mehrwert bringt. Für potenzielle Einwanderer wird immer wichtiger, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügen und durch die Schaffung hoch qualifizierter Arbeitsplätze einen substantiellen Beitrag für die Wirtschaft der Isle of Man leisten können, um in den Genuss einer Aufenthaltsbewilligung zu gelangen.
Lebenshaltungskosten: Entsprechen dem Niveau Großbritanniens
Gesellschaften: Empfehlenswert ist die Gründung einer pauschal besteuerten Non Resident Limited Company. Mindest-Aktienkapital: zwei Pfund, üblich ist ein Aktienkapital von 2 000 Pfund, Gründungsdauer: zwei Wochen, Gründungskosten: ca. 1 000 Pfund;
Regierungssteuer: 600 Pfund, Laufende Kosten: Firmensitz: 5 Pfund; Regierungssteuer: 600 Pfund; Treuhänder, falls gewünscht 500 Pfund; Postweiterleitung, Telefon, Fax: 500 Pfund.
In den letzten Jahren hat sich die Insel zu einem der führend
Captive-Zentren weltweit entwickelt. Hoch interessant für Versicherungen, von denen sich - gegen Zahlung einer Lizenzgebühr von jährlich 2 000 Pfund und bei völliger Steuerfreiheit - mittlerweile weit über 100 Gesellschaften dort niedergelassen haben. Erwähnenswert sind die im Vergleich zu anderen Steueroasen niedrigen Gebührensätze der örtlichen Berater.
Steuern: Ansässige zahlen Steuer auf ihr weltweites Einkommen. Für sie bestehen keine Vermögen-, Erbschaft-, Schenkung- oder Veräußerungsgewinnsteuern. Falls auf Vermögenswerte von Ansässigen außerhalb der Insel Quellensteuern erhoben werden, können diese auf die Insel-Steuern angerechnet werden. Die Einkommensteuer für ansässige natürliche und juristische Personen beträgt 15 bis 20 Prozent des Nettogewinns. Nichtansässige zahlen nur Steuern auf Einkünfte, die sie auf der Isle of Man erzielt haben. Privatpersonen gelten als ansässig, wenn sie während eines Steuerjahres sechs Monate oder mehr auf der Insel gelebt haben oder wenn sie vier Jahre hintereinander im Schnitt mehr als drei Monate pro Jahr dort verbracht haben. Die Einkommensteuer beträgt zehn Prozent. Non Resident Companies zahlen eine Pauschalsteuer von 20 Prozent auf ihre Gewinne. Die Körperschaftsteuer für Handelsgesellschaften wurde von 18 auf zehn Prozent reduziert. Verluste können ohne zeitliche Begrenzung vorgetragen oder innerhalb einer Gruppe weitergereicht werden. Seit 1984 gilt ein Gesetz über befreite Gesellschaften. Damit gibt man Unternehmen, die bisher nur Offshore-Geschäfte tätigen, zusätzliche Anreize, von der Insel aus Handel zu treiben oder zu investieren. Ausländer müssen sich seit 2005 mit einer Quellensteuer von 15 Prozent auf ihre Zinserträge abfinden. Anders als die Channel Islands erhebt die Isle of Man eine Mehrwertsteuer von 17,5 Prozent, viele Waren und Dienstleistungen werden jedoch mit einem ermäßigten Satz besteuert.
Doppelbesteuerungsabkommen: Nur für natürliche Personen aus Großbritannien
Die Isle of man gesellschaftlich
Alles in allem ist die Gründung der pauschal besteuerten Non Resident Limited Company empfehlenswert. Eine Besonderheit sind Trusts auf der Isle of Man. Sie können von Nichtansässigen zur Nutznießung Nichtansässiger gegründet werden. Wird das Einkommen des Trusts dann außerhalb der Insel erwirtschaftet, entsteht auf der Isle of Man keine Steuerpflicht. Die Isle of Man war das erste Offshore-Zentrum, dem - nach dem britischen Finanzdienstgesetz - ein Sonderstatus eingeräumt wurde. So können auf der Insel genehmigte Investmentgesellschaften und Anteile an Kapitalanlagegesellschaften in Großbritannien verkauft werden. Die jährlichen Gebühreneinkommen der Trust-Verwalter sind steuerfrei. Internationale Kunden, die auf Grund der Gesetzgebung in ihren Heimatländern keinen Trust errichten können, können auf der ’sie of Man problemlos auf Stiftungen ausweichen - und zwar einfacher und mit viel weniger bürokratischem Aufwand als in den meisten anderen Jurisdiktionen, in denen Stiftungen angeboten werden. Sowohl Isle-of-Man-Trusts als auch -Stiftungen bieten zahlreiche attraktive steuerliche Vorteile.
Die Isle of Man ist eine gute, aber zugige Alternative zu den teuren Channel Islands. Im Gegensatz zu ihnen ist die Auswahl an Immobilien groß, und einige gute Restaurants gibt es mittlerweile auch. Nicht zu vergessen das inseltypische Frühstück mit geräucherten Heringen, den Manx Kippers.