Offshore Belize

Steueroase Belize

- Fläche: 22 696 qkm
- Einwohner: 292 000
- Hauptstadt: Belmopan
- Sprache: Englisch
- BIP je Einwohner: 3 570 USD
- Währung: Belize-Dollar
- Arbeitslosigkeit: 11 Prozent
- Inflation: 3,7 Prozent
 
 
Der Offshore Standort Belize, das ehemalige British Honduras, ist neben Costa Rica die stabilste Demokratie Mittelamerikas. Kein Bürgerkrieg, keine Unterdrückung und keine Korruption im großen Stil. Die Menschen sind stolz darauf, genauso wie auf den vorbildlichen Naturschutz, der hier praktiziert wird. 40 Prozent des Landes sind als Nationalpark oder Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ausgebaute Straßen findet man dagegen nur wenige. Aussteiger, Sporttaucher und Liebhaber von MayaRuinen geraten in Verzückung, wenn die Rede auf Belize kommt. Anhänger von weißen Stränden und tropischer Sonne schwärmen von den noch unberührten Buchten. Ruhe und Entspannung pur.
 
Doch aus ökonomischer Sicht sind die Bewohner des Offshore Karibik-Staates eigentlich viel zu arm, um ihre türkisfarbenen leuchtenden Lagunen, ihre fischreichen Korallenriffe, ihre tropischen Tauchreviere, ihre exklusiven Insel-Refugien, ihren mit Maya-Ruinen gespickten Dschungel nicht um jeden Preis für den internationalen Tourismus zu erschließen. Im Gegensatz zur mexikanischen Halbinsel Yucatän oder dem Nachbarland Guatemala scheint Belize seine Attraktionen vor der Welt verstecken zu wollen. Dass es Belize seinen Besuchern nicht leicht macht, merkt man schon beim Versuch, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Dazu muss man sich in die viel zu engen Sitze jener gelb-schwarzen Busse quetschen, die vor 30 Jahren Teenager in Georgia, Alabama und Florida zur Schule brachten. Nun rumpeln sie im früheren British-Honduras ihrem Ende entgegen. Mechanische Ersatzteile gibt es zwar auf Jahrzehnte, wie die unzähligen Busfriedhöfe am Straßenrand zeigen. Die Inneneinrichtung scheint indes unter Denkmalschutz zu stehen. Dafür vibriert das Wageninnere von Reggae-Rhythmen und fetten Bässen. Dass in die Aufrüstung der Stereoanlage das einzige Geld gesteckt wird, verrät einiges über die Befindlichkeit des Landes.
 
 
Finanz- und Steueranreize für Investoren
Um die Arbeitslosigkeit zu senken, bietet Belize allen Unternehmen, die Arbeitsplätze und Devisen schaffen, totale Steuerbefreiung für die Dauer von 15 Jahren. Hinzu kommen Finanzhilfen für Grundstückskäufe und den Bau von Fabrikationsgebäuden sowie ein Fortfall von Zöllen auf Produktionsanlagen und importierte Rohmaterialien. 1990 verabschiedete die Regierung den sogenannten International Business Companies Act. Danach ist eine International Business Company (IBC) von sämtlichen direkten Steuern befreit, solange sie keine Geschäfte mit Ortsansässigen tätigt, keine Immobilien in Belize besitzt und keine Bank-, Versicherungsoder Rückversicherungsgeschäfte tätigt.
Die Gründungskosten einer Gesellschaft liegen bei ca. 400 US-Dollar, die laufenden Jahreskosten für Erklärungen bei 100 US-Dollar und für Domizilisation bei rund 600 US-Dollar.
Mit seinem Trust Act gehörte Belize zu den Offshore-Trust-Pionieren. Der befreite Trust zahlt keine Einkommen- und Erbschaftsteuern und keine Gebühren auf Trust-Transaktionen. Darüber hinaus ist Belize interessant für Offshore-Banken und -Versicherungen. Doch die Überwachung der Offshore-Finanzdienstleistungen hat Schwachpunkte. Belize wird deshalb in der Gruppe der am wenigsten regulierten Offshore-Finanzzentren geführt.
 
Solange Belize vom britischen Militär gegen die Gebietsansprüche seines Nachbarn Guatemala geschützt wird, sind Investitionen machbar. Ziehen die Beschützer ab, ist mit dem Schlimmsten zu rechnen. Entschließt man sich zu einer Investition, sollte man eine Versicherung gegen Enteignung nicht vergessen.
 
 
Tipp für .Frührentner”
Wenn Sie 45 Jahre alt sind, können Sie sich in Belize mit Ihrer Familie als Rentner niederlassen, wenn Sie nachweislich für den eigenen Lebensunterhalt 2 000 US-Dollar monatlich nach Belize transferieren oder eine Rente in Höhe von 1 000 US-Dollar beziehen. Der Clou an diesem „Rentnerstatus” (Belize Retirement Incentives Program): Sie erhalten zwar keine Arbeitserlaubnis, aber Sie können für Kunden außerhalb Belizes weiterarbeiten wie bisher. Alle Einkünfte, die Sie außerhalb von Belize erwirtschaften, sind von Steuern befreit. Für Autoren, Berater, Programmierer in Zeiten des Internets eine Überlegung wert. Weiterer Vorteil: Amtssprache ist Englisch.

Liechtenstein und Deutschland einig über Informationsaustausch in Steuersachen!

10. Juli 2009: Jetzt ist es soweit, Liechtenstein und Deutschland haben einen Informationsaustausch in Steuersachen vereinbart. Das Fürstentum hatte sich auf Druck zahlreicher Länder zur internationalen Kooperation bereit erklärt - und ist bereit sein seit Jahrzehnten gehütetes Bankgeheimnis zu lockern.

Im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Steueroasen haben sich Deutschland und Liechtenstein auf ein Abkommen zum Informationsaustausch in Steuersachen verständigt. “Beide Seiten sind bestrebt, das Abkommen nach der rechts- und vertragsförmlichen Prüfung so bald wie möglich zu unterzeichnen”, erklärte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Freitag in Berlin. Liechtensteins Regierungschef Klaus Tschütscher sagte, der Vertragstext folge dem OECD-Musterabkommen und sehe “einen Informationsaustausch auf Anfrage vor“.

Die Ministeriumssprecherin erklärte weiter, die Gespräche zwischen Deutschland und Liechtenstein würden auf Arbeitsebene fortgesetzt, “um Maßnahmen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, der Ungleichbehandlung und zur Sicherstellung legitimer Steueransprüche zu prüfen”. Es handele sich dabei jedoch noch nicht um offizielle Verhandlungen, sondern um erste Sondierungsgespräche. Tschütscher erklärte, das Abkommen trete “nach Abschluss der jeweils innerstaatlichen Ratifikationsverfahren in Kraft und kommt ab dem Steuerjahr 2010 zur Anwendung“.

Die Regierung des Fürstentums hatte vor kurzem bereits bekräftigt, dass man auch als Nichtmitglied hinter den Steuerbeschlüssen der OECD-Staaten stehe. “Dieses Abkommen ist ein wichtiger Schritt in den Beziehungen zu Deutschland und auch ein klares Signal mit Blick auf andere laufende Verhandlungen, die wir zur Umsetzung der OECD-Standards zügig abschließen wollen”, sagte der Regierungschef.

In dem Vertragstext werde zu dem bereits im Dezember 2008 abgeschlossenen Abkommen mit den USA ein rechtsstaatliches Verfahren zwischen Deutschland und Liechtenstein und somit Rechtssicherheit für Kunden und Finanzintermediäre gewährleistet.
“Mit diesem Abkommen haben sich beide Seiten auch auf den Abschluss eines insbesondere für die wirtschaftlichen Beziehungen relevanten Doppelbesteuerungsabkommens geeinigt. Erste Gespräche dazu haben bereits stattgefunden”, erklärte Tschütscher.

Bermuda lockert Bankgeheimnis gegenüber Deutschland!

Die in der Karibik gelegene Insel Bermuda hat ein Abkommen gegen Steuerhinterziehung mit Deutschland unterzeichnet und so die graue OECD-Liste der Steueroasen verlassen. Auch mit den USA hat Bermuda vor kurzem ein solches Abkommen getroffen. Etliche US-Konzerne haben bereits reagiert – und ihre Bermuda Shorts eingepackt.

Nach getaner Arbeit gibt es erst einmal ein Gläschen Sekt und Schulterklopfen. „Wir haben es geschafft, vielen Dank.“ Georg Boomgaarden, der deutsche Botschafter in London, strahlt und hebt sein Sekt Glas. Wunderbar und ein weiterer großer Schritt vorwärts sei es, dass jetzt auch die Insel Bermuda ein Informationsabkommen mit den deutschen Steuerbehörden unterzeichnet habe. Die Finanzministerin der Bermudas Paula Cox, will sich nicht lumpen lassen: Auch für Bermuda sei das Abkommen ein Meilenstein, schließlich sei sich ihre Heimat schon immer ihrer Verantwortung für die Stabilität des Weltfinanzsystems bewusst gewesen.

Glaubt man der Dame aus der Karibik, dann war es ohnehin nur ein Missverständnis, dass die Bermudas auf der grauen Liste jener Steueroasen gelandet waren, die den Transparenzstandards der Industrieländerorganisation OECD nicht genügen. 13 Informationsabkommen habe die Insel unterzeichnet, wie gerade mit Deutschland und zuvor schon mit den USA. Drei weitere seien unterschriftsreif.

Vor allem US-Konzerne haben auf die neue Lage in der Karibik reagiert. Etliche Manager packen Ihre Shorts ein, seit Obamas Regierung das Steuerabkommen mit den Bermudas unterzeichnet hat. Ein halbes Dutzend großer Unternehmen, unter ihnen der Elektronik-Riese Tyco, der Mischkonzern Ingersoll-Rand und der Anlagenbauer Foster-Wheeler, hegen Umzugspläne.

Nach dem strengen Vorgehen der USA gegen Steueroasen hatten die deutsche und die französische Regierung den Kampf gegen Steuerhinterziehung auf die Agenda des Londoner G20-Gipfels im Frühjahr gehoben. Sie setzten durch, dass die OECD eine Liste der Länder veröffentlicht, die sich nicht am gegenseitigen Informationsaustausch beteiligen.

Deutschland und Frankreich erschweren inzwischen mit neuen Gesetzen über die steuerliche Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben ihren eigenen Bürgern Geschäfte in Steuerparadiesen. Der Druck über die Geschäftspartner wirkt: Schweizer Industrielle überzeugten die Regierung, den OECD-Standard zu akzeptieren. Die Verhandlungen mit Deutschland sind aber noch nicht abgeschlossen. Obama will notfalls Amerikas Konzerne über Strafzahlungen zur Kasse bitten. Die wenigsten Konzernlenker zweifeln, dass er es ernst meint.
 
Die Aktionäre von Tyco segneten daher Ende Juni den Plan ab, den Hauptsitz der Gesellschaft von den Bermudas in die Schweiz zu verlagern. 97 Prozent der Anteilseigner von Ingersoll-Rand beschlossen den Umzug ihrer Firmenzentrale nach Irland. Die Management-Beratung Accenture zieht es ebenfalls in die rauhere Irische See. Laut Analyse-Institut Capital IQ sitzen auf den Bermudas und in anderen Steueroasen 55 Unternehmen, die jeweils eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Mill. Dollar auf die Waage bringen.

Weniger Sonne, dafür mehr Rechtssicherheit – das ist die Strategie der Umzügler. Zwar verlangen die Schweiz und Irland höhere Steuern als die Tropeninseln. Im Vergleich mit den USA, deren Unternehmenssteuer offiziell 35 Prozent beträgt, bieten beide Länder paradiesische Konditionen: Irland lockt mit 12,5 Prozent, manch Schweizer Kanton mit zehn Prozent.

Bermuda jedenfalls hat den Sprung von der grauen auf die weiße Liste der OECD geschafft, und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) feiert die Unterschrift in London als weiteren Sieg in seinem Kreuzzug gegen die Steueroasen dieser Welt. Auch die Isle of Man, Jersey und Guernsey haben Abkommen unterzeichnet. Sorgen über eine Kapitalflucht macht man sich offiziell nicht. Die Regeln für die Anforderung von Informationen seien so strikt, dass sich an der Art, wie Guernsey und Jersey ihr Geschäft betrieben, wenig ändern werde, meint ein Anwalt aus Guernsey.

Auch Bermudas Finanzministerin Cox macht in Optimismus. Nein, einen negativen Einfluss der ganzen Diskussion fürchte sie nicht. Alle, die die Bermuda-Inseln kennen würden, wüssten, dass sie schon immer für fairen Steuerwettbewerb gestanden hätten.

Offshore Portugal mit Madeira und der Azoreninsel Santa Maria

Steueroase Portugal mit Madeira und der Azoreninsel Santa Maria

- Fläche: 91 982 qkm, davon Azoren 2 355 qkm, Madeira 795 qkm
- Hauptstadt: Lissabon
- BIP je Einwohner: 12 680 EUR
- Arbeitslosigkeit: 7,6 Prozent
- Einwohner: 10,64 Millionen
- Amtssprache: Portugiesisch
- Währung: Euro
- Inflation: 2,4 Prozent

Mitte 2008 stehen die Portugiesen knapp vor einer Rezession. Sie spüren die internationale Finanzkrise und die Wachstumsschwäche wichtiger Handelspartner stärker als der Nachbar Spanien. Die Wachstumsprognose wurde für 2008 auf 1,5 Prozent zurückgestuft. Damit ist Portugal das einzige Land der Euro-Zone mit einer negativen Konjunkturentwicklung. Besonders Portugals Unternehmen investieren „weniger dynamisch”. Die lahmende Nachfrage aus dem Ausland macht sich bemerkbar. Die Exporte haben im Vergleich zum Vorjahr spürbar an Tempo verloren. Die internationale Finanzkrise erschwert es derzeit der Regierung, ihre Reformvorhaben durchzusetzen. Die Pläne sehen einen geringeren Staatseinfluss vor. Stattdessen sollen private Investitionen gefördert und Hightech-Industrie am Atlantik angesiedelt werden. Erschwerend für den privaten Konsum sind die strafferen Kreditbedingungen der Banken an die Verbraucher, da Portugal ähnliche Industrieprodukte wie Asien herstellt. Die Wettbewerbsposition des Landes hat sich durch den starken Euro deutlich verschlechtert, dadurch kommt der inländische Konsum nicht in Gang. Vom Immobilienmarkt sieht man im Vergleich zum spanischen Nachbarn
keine Gefahren ausgehen, da Grundbesitz nur ein Drittel bis halb so teuer wie in Spanien ist.
 
Madeira für Investoren und Großanleger
Portugal versucht, über die Schaffung von Steuerfreizonen verstärkt ausländisches Kapital ins Land zu holen: Madeira, die 795 qkm große Hauptinsel der Madeiragruppe, mit nordafrikanischem
Klima, portugiesischer Nationalität und engen Bindungen an Großbritannien, bezaubert durch üppige Vegetation sowie beschauliche Berg- und Fischerdörfer.
Steuervorteile: Auf Madeira und dem kleineren Porto Santo leben rund 260000 Einwohner mit dem niedrigsten Pro-Kopf- Einkommen innerhalb der „Alt”-EU. Um Offshore-Unternehmen und deren Kapital anzulocken, wurden Grund-, Körperschaft-, Schenkung-, Erbschaft-, Kapitalertragsteuern und Steuern auf Veräußerungsgewinne abgeschafft. Von Vorteil sind auch die niedrigen Lohnkosten, ausreichend vorhandene Arbeitskräfte, die neben Portugiesisch in der Regel auch Englisch sprechen, niedrige Mieten, Büroflächen in großer Auswahl, gute Fluganbindungen zu den europäischen Zentren, eine gute Kommunikation und die Tatsache, dass auf Madeira ansässige Firmen von den Doppelbesteuerungsabkommen Portugals in vollem Umfang profitieren.
Ansässige Ausländer müssen ihr weltweites Einkommen in Portugal zu Sätzen von 14 bis 42 Prozent auf dem Festland und 8,5 bis 41 Prozent auf Madeira versteuern. Der Spitzensatz greift bei einem zu versteuernden Einkommen von 60000 Euro. Madeira bietet reduzierte Steuersätze für Einkommen aus Renten. Mieteinkünfte unterliegen in Portugal und auf Madeira einer Quellensteuer in Höhe von 15 Prozent. Die Erbschaftsteuer wurde 2004 abgeschafft. Nach der in Portugal gültigen Erbfolgeregelung muss mindestens die Hälfte des Vermögens an den überlebenden Ehepartner, an Kinder und andere Verwandte übergehen. Als ansässig gilt, wer mindestens 183 Tage eines Steuerjahres im Land verbringt oder dort einen Wohnsitz zur ständigen Verfügung hat. Nicht ansässige Ausländer versteuern nur ihre Inlandseinkünfte. Sowohl EU-Bürger, als auch Bürger aus Drittstaaten benötigen eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn sie in Portugal oder auf Madeira leben wollen.
Madeira gesellschaftsrechtlich: Vorgeschriebene Gesellschaftsform eines Offshore-Unternehmens ist die AG-Rechtsform mit mindestens fünf Gesellschaftern und einem Minimumkapital von
25 000 Euro. Die Gründungskosten liegen zwischen 1 500 und 2 500 Euro. Da gesetzliche Steuerfreiheit besteht, verzichten die örtlichen Steuerbehörden auf Einsicht in die Jahresabschlüsse, die nicht  geprüft sein müssen.
Zur Errichtung einer Offshore-Gesellschaft ist ein Antrag an die Sociedade de Desenvolviento Madeira S.A. erforderlich. Das Vorhaben muss dann vom Regionalsekretär für Wirtschaftsplanung, von der portugiesischen Zentralbank und vom Finanzministerium genehmigt werden. Über 4 000 Banken, Versicherungen und Investoren aus Europa, den USA und Südamerika haben sich bereits auf Madeira niedergelassen. Nachteil: Die „Perle im Atlantik” liegt weitab von den großen Geschäftsregionen.
Um die steuerlichen Vergünstigungen Madeiras zu nutzen, muss man dort jedoch nicht als Unternehmen vertreten sein. So parken beispielsweise deutsche Großunternehmen bei den auf Madeira ansässigen Banken hohe Geldbeträge, um anschließend die darauf erhaltenen Zinsen steuerfrei kassieren zu können. Denn die dort zu „entrichtenden” Kapitalsteuern sind fiktiv und können bei den Steuerlasten in der Heimat in Abzug gebracht werden.

 

Geldwerte Vorteile für Unternehmen auf Madeira und Santa Maria

Offshore-Finanz- gesellschaft

Offshore-Trust

 

Tätiges OffshoreUnternehmen

 

Gründungslizenz: 750 USD Jahreslizenz:

25 000 USD

 

Gründungslizenz: 750 USD

Jährliche Betriebskosten — je nach Tätigkeitsart: 1 500 — 25 000 USD

 

Gründungslizenz:

750 USD

Jährliche Betriebsgebühr:
13,50 USD pro qm

 

n Keine Körperschaft-
steuer bis 2011

n Keine Kapital- gewinnsteuer

n Keine

Quellensteuer

n

Keine Devisen- kontrolle

n Keine Stempelge- bühr

n Keine Mehrwert- steuer

n Keine Quellensteuer und Einkommen- steuer auf Dividen- den, auf Zinsen aus Darlehen von Teilha-

bern und auf alle an- deren Einkommen, die die Investoren die- ser Unternehmen erhalten

n Keine Steuer auf Kapitalgewinne bei Ka- pitalaufstockung

n Keine Steuern bei Eigentumsübertragung, Schenkung und Erb- schaft von Anleihen oder anderen Kapital- beteiligungen dieser Unternehmen

n Alle Steuerbefreiungen
wie Offshore-Trusts

• Befreiung eventueller Steuerschulden bei Eigentumsübertragung,

Schenkung oder

Erb-

schaften von Immobilien

n Keine Einkommensteuer auf Unternehmensgewinne bis 2011

n Keine Gebühren und
örtlichen Steuern

n Keine Quellensteuer auf Zinsen für ausländische Bankdarlehen und Obligationen, vorausge-

setzt, das aufgenommene Kapital wird für Investitionen oder zur Finanzierung der auf Madeira ausgeübten Tätigkeit verwendet

n Keine Quellensteuer auf Tantiemen oder Lizenzen auf Technologietransfers

 

Offshore Niederlande

Steueroase Niederlande

- Fläche: 47364 qkm
- Einwohner: 16,32 Millionen
- Hauptstadt: Amsterdam
- Regierungssitz: Den Haag
- Sprache: Niederländisch, Friesisch (regional)
- BIP je Einwohner: 37500 EUR
- Währung: Euro
- Arbeitslosigkeit: 2,8 Prozent
- Inflation: 1,1 Prozent

Im Land hinter den Deichen zwischen Nordsee und Niederrhein, im Land der Kanäle, Strände und Radfahrwege ist der Konjunkturmotor wieder angesprungen. Treibende Kraft der niederländischen Wirtschaft ist der Export, der im vergangenen Jahr um sechs Prozent zunahm.
Wohnsitznahme: Als EU-Mitglied besteht Niederlassungsfreiheit Lebensqualität: Entspricht der Bundesrepublik
Devisenbeschränkungen: Ja, werden jedoch seitens der Zentralbank liberal gehandhabt
Fiskalische Auslieferungsabkommen: Ja
Patentschutz: Ja, Patenteintragungen erfolgen beim Bureau voor de Industriele Eigendom, Rijswijk. Warenzeichen werden im Benelux-Warenzeichenamt in Den Haag, Muster im Büro der Muster und Modelle in Den Haag eingetragen.
Gesellschaften:
- Gründungsdauer: ein bis zwei Monate
- Gründungskosten: Aktienkapital: 22 700 Euro; Notarkosten: 250 Euro; Handelsregistereintrag: 55 Euro; Kapitalsteuer: ein Prozent des Aktienkapitals; örtlicher Berater: 2 270 Euro.
- Laufende Kosten: Da die steuerlichen Vorteile nur genutzt werden können, wenn die Gesellschaft von den Niederlanden aus verwaltet wird, muss in der Regel ein örtlicher „Direktor” ein geschaltet werden, Kosten: jährlich 2 270 Euro.
 
Niederlande für Investoren
Niederländische Holding- und Finanzgesellschaften sind dann interessant, wenn die niederländische Muttergesellschaft und die ausländische Tochtergesellschaft aktiv sind. Eine Geschäftstätigkeit wird angenommen, wenn die niederländische Gesellschaft bei einem mehrstöckigen Firmenaufbau die oberste Gesellschaft oder ein Glied in der Gesellschaftskette darstellt. Steuerlich interessante Möglichkeiten ergeben sich durch den Fortfall oder eine Ermäßigung der Quellensteuer auf Dividenden sowohl bei Dividendenausschüttungen ausländischer Gesellschaften an die niederländische Mutter als auch bei Dividendenausschüttungen niederländischer Gesellschaften an ausländische Muttergesellschaften.
Dabei ist vor allem das Doppelbesteuerungsabkommen mit den Niederländischen Antillen wichtig, das die Quellensteuer auf faktisch null Prozent reduziert. Nach dem Muster der Niederländischen Antillen hat das holländische Königreich umfangreiche Steuererleichterungen für Finanzgesellschaften erlassen. Für sie wurde die Effektivbesteuerung auf maximal zehn Prozent begrenzt. Ein zweiter Aspekt für die Attraktivität niederländischer Holdings ist der Schutz vor feindlichen Übernahmen. Der Mechanismus funktioniert vor allem dann, wenn die Holding als Mehrheitsanteilseigner nicht oder nur teilweise börsennotiert ist.
Flexible Finanzbehörden
Die Finanzbehörden gelten im Umgang mit ausländischen Unternehmen als flexibel und entgegenkommend. Finanzbeamte erörtern Steuerfragen im Voraus. Diesen Umstand machen sich allein im Großraum Amsterdam bereits mehr als 30 000 ausländische Holdinggesellschaften zu Nutze.

 
Multikulturelle Niederlande
In den Niederlanden leben 2,97 Millionen Ausländer = 18 Prozent der Bevölkerung. Die größten Gruppen nach Herkunftsland:
- Indonesien 403 000
- Deutschland 396 000
- Türkei 331 000
- Surinam 315000
- Marokko 284 000
- Niederl. Antillen u. Aruba 125000

Offshore Isle of Man

Steueroase Isle of Man

- Fläche: 572 qkm
- Sprachen: Englisch, Manx
- Währung: Pfund Sterling (eigene Geldzeichen)
- Einwohner: 79800
- Hauptstadt: Douglas
- Inflation: 3 Prozent
- Arbeitslosigkeit: 1,6 Prozent
 
Das Kleinod in der Irischen See zwischen Irland und Großbritannien steht unter der Schirmherrschaft der britischen Krone. In Fragen der Außenpolitik und Verteidigung verlassen sich die Insulanauf das knapp 100 Kilometer entfernte britische Festland. Tourismus und Landwirtschaft waren bis vor einigen Jahren die Haupeinnahmequelle der Insulaner.
Heute dagegen erwirtschaften über 45 000 vornehmlich britische Gesellschaften mit ihren Offshore Aktivitäten bereits 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Regierung setzt daher verstärkt auf den Ausbau der Insel zum Finanzzentrum. Aber auch das Schifffahrtsregister in Douglas kann sich sehen lassen. Steuerfreiheit, niedrige Kosten und eine nur einmalige Anmeldegebühr locken ausländische Reeder an. Steuerliche Vergünstigungen, die Mitgliedschaft im Sterling-Währungsgebiet und gute Verbindungen nach Großbritannien sind Motto dieser Entwicklung. Die Insel gehört der EU-Freihandelszone an und ist mit Ausnahme der Außenpolitik von allen Aspekten der Römischen Verträge ausgenommen; sie hat das Recht, Steuern selbst festzulegen und einzuteilen.
Rechtssystem: Entspricht dem britischen Common Law, Gesellschafts- und Steuerrecht werden durch die Company Acts v 1931 und 1974 geregelt.
Patentschutz: Entspricht den britischen Gesetzen
Wohnsitznahme: Für EU-Angehörige problemlos. Man mus etwa 50 000 Pfund bares Einkommen nachweisen. Gewünschte Steueraufkommen sind 10 000 Pfund pro Jahr. Jeder Ausländer der auf der Insel eine Immobilie kauft, muss zusätzlich 50 Prozent des Kaufpreises auf zehn Jahre in unbeleihbaren Regierungsanleihen anlegen. In den letzten Jahren verzeichnet die Isle of Man,, nicht zuletzt auf Grund des beachtlichen Wirtschaftswachstums, eine spürbare Einwanderungszunahme. Dies hat den Druck auf, den Immobilienmarkt und die Infrastruktur erhöht und Spekulationen genährt, wie lange die Insel sich eine praktisch ungehindert Einwanderung noch leisten kann. So wurde ein Gesetz verabschiedet, Einwanderungsbeschränkungen zu erlassen.
Wachstum um des Wachstums willen ist nicht die Politik der Regierung:  Sie setzt auf ein qualitatives Wachstum, das echten Mehrwert bringt. Für potenzielle Einwanderer wird immer wichtiger, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügen und durch die Schaffung hoch qualifizierter Arbeitsplätze einen substantiellen Beitrag für die Wirtschaft der Isle of Man leisten können, um in den Genuss einer Aufenthaltsbewilligung zu gelangen.
Lebenshaltungskosten: Entsprechen dem Niveau Großbritanniens
Gesellschaften: Empfehlenswert ist die Gründung einer pauschal besteuerten Non Resident Limited Company. Mindest-Aktienkapital: zwei Pfund, üblich ist ein Aktienkapital von 2 000 Pfund, Gründungsdauer: zwei Wochen, Gründungskosten: ca. 1 000 Pfund;
Regierungssteuer: 600 Pfund, Laufende Kosten: Firmensitz: 5 Pfund; Regierungssteuer: 600 Pfund; Treuhänder, falls gewünscht 500 Pfund; Postweiterleitung, Telefon, Fax: 500 Pfund.
In den letzten Jahren hat sich die Insel zu einem der führend
Captive-Zentren weltweit entwickelt. Hoch interessant für Versicherungen, von denen sich - gegen Zahlung einer Lizenzgebühr von jährlich 2 000 Pfund und bei völliger Steuerfreiheit - mittlerweile weit über 100 Gesellschaften dort niedergelassen haben. Erwähnenswert sind die im Vergleich zu anderen Steueroasen niedrigen Gebührensätze der örtlichen Berater.
Steuern: Ansässige zahlen Steuer auf ihr weltweites Einkommen. Für sie bestehen keine Vermögen-, Erbschaft-, Schenkung- oder Veräußerungsgewinnsteuern. Falls auf Vermögenswerte von Ansässigen außerhalb der Insel Quellensteuern erhoben werden, können diese auf die Insel-Steuern angerechnet werden. Die Einkommensteuer für ansässige natürliche und juristische Personen beträgt 15 bis 20 Prozent des Nettogewinns. Nichtansässige zahlen nur Steuern auf Einkünfte, die sie auf der Isle of Man erzielt haben. Privatpersonen gelten als ansässig, wenn sie während eines Steuerjahres sechs Monate oder mehr auf der Insel gelebt haben oder wenn sie vier Jahre hintereinander im Schnitt mehr als drei Monate pro Jahr dort verbracht haben. Die Einkommensteuer beträgt zehn Prozent. Non Resident Companies zahlen eine Pauschalsteuer von 20 Prozent auf ihre Gewinne. Die Körperschaftsteuer für Handelsgesellschaften wurde von 18 auf zehn Prozent reduziert. Verluste können ohne zeitliche Begrenzung vorgetragen oder innerhalb einer Gruppe weitergereicht werden. Seit 1984 gilt ein Gesetz über befreite Gesellschaften. Damit gibt man Unternehmen, die bisher nur Offshore-Geschäfte tätigen, zusätzliche Anreize, von der Insel aus Handel zu treiben oder zu investieren. Ausländer müssen sich seit 2005 mit einer Quellensteuer von 15 Prozent auf ihre Zinserträge abfinden. Anders als die Channel Islands erhebt die Isle of Man eine Mehrwertsteuer von 17,5 Prozent, viele Waren und Dienstleistungen werden jedoch mit einem ermäßigten Satz besteuert.
Doppelbesteuerungsabkommen: Nur für natürliche Personen aus Großbritannien
 
Die Isle of man gesellschaftlich
Alles in allem ist die Gründung der pauschal besteuerten Non Resident Limited Company empfehlenswert. Eine Besonderheit sind Trusts auf der Isle of Man. Sie können von Nichtansässigen zur Nutznießung Nichtansässiger gegründet werden. Wird das Einkommen des Trusts dann außerhalb der Insel erwirtschaftet, entsteht auf der Isle of Man keine Steuerpflicht. Die Isle of Man war das erste Offshore-Zentrum, dem - nach dem britischen Finanzdienstgesetz - ein Sonderstatus eingeräumt wurde. So können auf der Insel genehmigte Investmentgesellschaften und Anteile an Kapitalanlagegesellschaften in Großbritannien verkauft werden. Die jährlichen Gebühreneinkommen der Trust-Verwalter sind steuerfrei. Internationale Kunden, die auf Grund der Gesetzgebung in ihren Heimatländern keinen Trust errichten können, können auf der ’sie of Man problemlos auf Stiftungen ausweichen - und zwar einfacher und mit viel weniger bürokratischem Aufwand als in den meisten anderen Jurisdiktionen, in denen Stiftungen angeboten werden. Sowohl Isle-of-Man-Trusts als auch -Stiftungen bieten zahlreiche attraktive steuerliche Vorteile.
Die Isle of Man ist eine gute, aber zugige Alternative zu den teuren Channel Islands. Im Gegensatz zu ihnen ist die Auswahl an Immobilien groß, und einige gute Restaurants gibt es mittlerweile auch. Nicht zu vergessen das inseltypische Frühstück mit geräucherten Heringen, den Manx Kippers.

Offshore Island

Steueroase Island

- Fläche: 103 000 qkm
- Hauptstadt: Reykjavik
- Währung: Isländ. Krone
- Inflation: 6,8 Prozent
- Einwohner: 313000
- Sprache: Isländisch
- BIP je Einwohner: 43200 EUR
- Arbeitslosigkeit: 6,0 Prozent

Zwei Drittel der Isländer leben in und um Reykjavik, der Rest a den Küsten, das Binnenland ist nahezu unbewohnt. Dass ausg rechnet die unwirtliche, einsam gelegene Insel im Nordatlanti gegen den Trend der wohlhabenden Länder immer mehr Einwoh ner zählt — 2040 sollen es 450000 sein — liegt einerseits an de hohen Geburtenraten, zum anderen aber auch an einer höhere Zahl der Einwanderung. Island ist zwar nicht Mitglied der Eu päischen Union, wohl aber des Schengen-Abkommens. Es ha seine Grenzen für Arbeitnehmer aus der EU geöffnet. Zuwandere kommen vor allem aus Polen.
Island, die einstige Boom-Insel, steht im Oktober 2008 vor de Staatsbankrott. Statt zu den Gewinnern der Globalisierung zu ge hören, steht es am Abgrund. Dem nordeuropäischen Land könnt durch die Finanzkrise das gleiche Schicksal wie Argentinien drohen. Auf den ersten Blick wirkte Island eigentlich nicht wie ein natürlicher Kandidat für einen Staatsbankrott: Die Staatsschulden lagen Mitte 2008 noch bei 28 Prozent des BIP, das Länderrating bei ,44.”. Die Probleme des Landes liegen in der gesamtwirtschaftlichen Verschuldung, die war Ende 2007 schon 2,6-mal so groß wie die Wirtschaftsleistung. Dazu kommen der Absturz der Währung gegenüber dem Euro um 40 Prozent seit Jahresanfang und die geringen Devisenreserven. Doch dann wurden die isländischen Banken wegen ihrer dubiosen Finanzgeschäfte in den Subprime-Strudel gerissen und der Höhenflug der Isländer war zu Ende.
Mit Steuervorteilen lockt Island Internationale Handelsgesellschaften (ITCs). Diese zahlen nur eine Körperschaftsteuer in Höhe von fünf Prozent. Eine ITC kann ausschließlich als Holding-Gesellschaft für ausländische Zweigniederlassungen arbeiten oder immaterielle Güter besitzen und daraus Einkommen erzielen — etwa aus Patenten, Lizenzen und Warenzeichen, die außerhalb Islands registriert sind. Eine ITC eignet sich auch für das Halten von Schiffen und Flugzeugen. Einer der ITC-Gründer muss auf Island oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem OECD-Staat leben. ITCs sind darüber hinaus auch von Vermögenssteuern und Verwaltungsgebühren befreit. Dividenden werden mit einem Vorzugssteuersatz von fünf Prozent besteuert.
Der OECD ist Islands Angebot als Niedrigsteuerland nicht entgangen. Das ITC-Verfahren sei „potenziell schädlich für die Möglichkeiten anderer OECD-Mitgliedstaaten, Steuern einzukassieren”. Diese Kritik hat die Regierung in Reykjavik bislang „kalt” gelassen.

Offshore Irland

Steueroase Irland

- Fläche: 70282 qkm
- Hauptstadt: Dublin
- Währung: Euro
- Inflation: 2,7 Prozent
- Einwohner: 4,16 Millionen
- Sprachen: Irisch, Englisch
- Arbeitslosigkeit: 6,0 Prozent
- BIP je Einwohner: 453000 EUR

Die Wirtschaftsflaute in Irland ist ein Grund für die steigende Europaskepsis der Iren und ihre Ablehnung des Referendums zum Lissabon-Vertrag. Nach dem Aufstieg vom einstigen Armenhaus Europas zum Musterschüler geriet die irische Wirtschaft in jüngste
Zeit ins Trudeln. Irlands euphorische Jahre als „keltischer Tiger” und Wirtschaftswunder des Nordens sind vorbei.
Die Ernüchterung ist 2008 groß, nicht nur wegen der Finanz marktkrise und den Rezessionsängsten in den USA. Irlands Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität steht auf dem Prüfstand. Viele irische Unternehmen trifft der starke Wechselkurs des Euro gleich. doppelt: Irlands größte Handelspartner sind Großbritannien und die USA. Die Währungen beider Länder sind gegenüber dem Euro deutlich abgewertet worden, haben mithin einen erheblichen Teil’ preislicher Wettbewerbsvorteile irischer Produzenten zunichte gemacht. Auch ist der rasante Aufschwung der Bauindustrie vorbei.
Die Euphorie der Verbraucher ist verflogen. Da ist es für den Inselstaat nur ein schwacher Trost, dass zahlreiche britische Unternehmen planen, ihren Steuersitz nach Dublin zu verlegen. Denn Großbritannien hat seine Steuergesetze verschärft: Zwar wurde der Körperschaftsteuersatz von 30 auf 28 Prozent reduziert, aber die Besteuerung ausländischer Mitarbeiter wurde ausgeweitet,
und andere, wesentliche Steuervergünstigungen für Unternehmen gestrichen.
 
Noch immer lockt der grüne Inselstaat ausländische Direktinvestitionen mit einem Körperschaftsteuersatz von 12,5 Prozent an und wirbt mit günstiger Besteuerung ausländischer Mitarbeiter und Steuererleichterungen auf Forschungsaufwendungen. Die Standortvorteile, niedrige Löhne und kräftige Investitionen in die Infra struktur mit finanzieller Unterstützung der EU seit Beginn der neunziger Jahre haben geholfen, Hunderte von Unternehmen nach Irland zu locken. Die Auslandsinvestitionen kurbelten einen Wirtschaftsaufschwung an, der das „Armenhaus Europas” in eine blühende Volkswirtschaft mit zweistelligen Wachstumsraten ver
wandelte.
 
Irland kämpft an mehreren Fronten um sein Wirtschaftswunder:
- Zunächst hat sich die internationale Wettbewerbsposition verschlechtert. Mit dem Zugang der neuen Beitrittsländer zur EU erhielt Irland in Osteuropa zunächst nur Konkurrenz bei lohnintensiver Fertigung mit eher schlecht ausgebildeten Arbeitskräften. Aber das Ausbildungsniveau der osteuropäischen Staaten holt auf und damit auch die Konkurrenz gegenüber den Iren, die sich auf hochwertige Produktion, pharmazeutische Produktion, Medizintechnik und Informationstechnologie spezialisiert haben.
- Im Rahmen der Globalisierung spürt das Land zudem die Konkurrenz von Ländern wie Indien. Von den ehemaligen amerikanischen Computerbauern sind fast alle Produzenten abgewandert oder haben ihre Belegschaft kräftig reduziert, in Indien hingegen deutlich ausgeweitet. Das heißt nicht, dass Irland keine Direktinvestitionen mehr anzöge und Arbeitsplätze schafft. Im Bankgewerbe wurden in den letzten Jahren Tausende neuer Arbeitsplätze geschaffen. Heute sind in Irland rund 40000 Mitarbeiter im Bankwesen tätig, meist für Fondsgesellschaften und Vermögensverwaltungen. Doch das rasante Wachstum des gesamten irischen Arbeitsmarktes hat 2008 deutlich nachgelassen.
- Gleichzeitig spürt Irland den scharfen Einbruch in der Baubranche. Nach Gründung der Europäischen Währungsunion sorgte ein für Irland eigentlich zu niedriges Zinsniveau für ein überproportionales Bauwachstum. Auch kurbelten Strukturmittel der EU und der Zuzug billiger Arbeitskräfte die Bautätigkeit an. Hinzu kam Anfang 2007 die Ausschüttung von mehr als 15 Milliarden Euro von Sondersparkonten der Iren (SSIAs). Doch jetzt drückt der Schuh: Steigende Energie- und Lebensmittelkosten, verschärfte Hypothekenbedingungen und die Sorge, die EZB’ könnte die Zinsen erhöhen, belasten die Verbraucher.
 
Es ist das erste Mal seit zehn Jahren, dass die Iren mit Wirtschaftsflaute, Entlassungen und einer auf 5,9 Prozent steigenden Arbeitslosigkeit konfrontiert werden.
 
Irland muss sich umstellen. Im Lande wird erkannt, dass die Forschung mehr gefördert werden muss. Die Ausbildung wird forciert, denn mit Billigarbeitskräften kommt Irland gegen die Konkurrenz anderer Staaten nicht mehr an. Gleichzeitig bemüht sich das Land, das Wirtschaftswachstum auf mehrere Branchen zu verteilen. Die Anwerbung von Finanz- und Dienstleistungsunternehmen wird forciert. Zudem versucht man, zusätzliche Finanzmittel aufzuspüren.
Die Folge: Das Finanzamt besteuert ausländische Arbeitskräfte künftig voll. Dies soll dem Staat bisher entgangene Steuermittel von 100 Millionen Euro im Jahr einbringen. Das trifft’ Zehntausende ausländischer Arbeitskräfte, die in den irischen Boomjahren dem Ruf des keltischen Tigers gefolgt sind.
Devisenkontrollen: Ja; für Non Resident Companies, Industrieansiedlungen oder Wohnsitznahmen von Ausländern werden jedoch Sondergenehmigungen erteilt.
Fiskalische Auslieferungsabkommen: Keine
Rechtssystem: Basiert auf dem britischen Common Law, mit weiteren nationalen Gesetzen, die seit der Unabhängigkeit im Jahr 1922 erlassen wurden.
Patentrecht: Basiert auf dem britischen Patentrecht. Werden die Entwicklungsarbeiten für ein Patent in Irland durchgeführt, bestehen dafür Steuervergünstigungen.
Wohnsitznahme: Für EU-Angehörige problemloses Aufenthaltsrecht und Arbeitsgenehmigung
 
Deutsche Gewinnsteuer umgehen
Unter bestimmten Umständen werden Gewinne, die in Irland der Steuer unterlagen, beim Anteilseigner in Deutschland jedoch nicht mehr besteuert. Man erreicht das über eine deutsche Personengesellschaft, die als Muttergesellschaft für ein deutsches Unternehmen mit einer irischen Tochtergesellschaft fungiert. Wenn dan ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der Personengesellschaft und der Kapitalgesellschaft besteht, wird das Einkommen der iri schen Niederlassung des deutschen Unternehmens den Gesellschaftern der Personengesellschaft so zugerechnet, als ob die Pere sonengesellschaft selbst die Aktivitäten in Irland durchführte.
Um sicherzustellen, dass ein Gewinnabführungsvertrag steuerlic anerkannt wird, muss das beherrschte Unternehmen finanziell; wirtschaftlich und organisatorisch in das herrschende Unterneh men eingegliedert sein. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Ka pitalgesellschaft nach irischem Steuerrecht nicht als in Irland an sässig beurteilt wird und die Niederlassung eine aktive Tätigkeit ausübt, die zu aktiven Einkünften führt, oder passive Einkünfte ohne Kapitalanlagecharakter erwirtschaftet, damit die Hinzurechnungssteuer nicht greift.
§12a der deutschen Gewerbeordnung ermöglicht es, dass sich eine irische Non-Resident-Gesellschaft auch von Deutschland aus geschäftlich betätigen kann.
Irland bietet ausländischen Unternehmen heute zwar immer noch attraktive Steuersätze. Das hohe Preisniveau bei Löhnen und Lohnstückkosten schreckt aber vor allem mittelständische Unternehmen vor finanziellen Neuengagements auf der grünen Insel ab. Sie fühlen sich heute in den neuen EU-Staaten besser aufgehoben.
 
Doppelbesteuerungsabkommen: Ja, davon ausgenommen sind Non Resident Companies.
Lebenshaltungskosten: Erheblich unter deutschem oder schweizer Niveau
Gesellschaften: Für Ausländer kommt nur die Limited Liability Company und hier die Form der Private Limited Company infrage. Die Aktien können zu 100 Prozent in ausländischem Besitz sein. Die Gesellschaft hat mindestens zwei Direktoren, die im Ausland ansässig sein können.
Minimumaktienkapital: vier Euro; Gründungsdauer: ein bis zwei Tage; Gründungskosten: Stempelgebühr 65 Euro sowie einen Prozent des 6 350 Euro übersteigenden Kapitals; Kosten des örtlichen Beraters: 130-3200 Euro; Laufende Kosten: Domizilierungsgebühr: 470 Euro, Berater: 130-3 200 Euro
 
Wie Ausländer und Investoren besteuert werden
Natürliche Personen werden beim Einkommen progressiv zwischen 20 und 60 Prozent besteuert. Das trifft in der Regel auch auf Ausländer zu, die in Irland einen festen Wohnsitz — auch zur Miete — haben. Gänzliche Steuerfreiheit bleibt Schriftstellern, Komponisten, Malern oder Bildhauern vorbehalten. Doch es lohnt sich selten für eine Einzelperson mit Tantiemeneinkommen, das Tantiemenspiel über Zwischen- oder Briefkastenfirmen zu spielen. Außer es geht um größere Beträge, die die bei Gesellschaftsgründung anfallenden Kosten nicht nur ausgleichen.
Für Gesellschaften bietet Irland erhebliche Steuererleichterungen und Steuerfreiheiten bei Ansiedlung neuer Industrien zur Arbeitsplatzbeschaffung, bei Patenteinnahmen sowie für bestimmte Finanz- und Non-Resident-Gesellschaften.
Zwischen 2006 und 2025 gilt eine Körperschaftsteuer von 12,5 Prozent. Werden bei Patenten die Entwicklungsarbeiten auf der Insel durchgeführt, sind alle daraus entstehenden Lizenzerlöse steuerfrei. Für Finanzgesellschaften galt bis Ende des Jahres 2005 eine Körperschaftsteuer von jährlich zehn Prozent, danach bis 2025 ein Satz von 12,5 Prozent. Vorausgesetzt, dass bei einer Gesellschaft das Management und die Aktionäre außerhalb Irlands ansässig sind, sämtliche Managemententscheidungen im Ausland getroffen werden und keinerlei geschäftliche oder gewerbliche Tätigkeiten in Irland stattfinden, wird sie als Non-Resident-Gesellschaft eingestuft und ist von der Körperschaftsteuer befreit.
Um diese steuerlichen Vorzüge zu nutzen, muss ein Unternehmen in Irland ansässig sein, d.h. Geschäftsleitung und Kontrolle müssen sich auf der Insel befinden. In der Praxis wird ein Unternehmen als „steuerlich ansässig” qualifiziert, wenn sich die Unternehmensleitung in Irland befindet. Dabei ist der Ort der Unternehmensgründung ohne Bedeutung.
Unter dem deutsch-irischen Doppelbesteuerungsabkommen sind die Gewinne einer irischen Zweigniederlassung oder Tochtergesellschaft eines deutschen Unternehmens von der deutschen Besteuerung befreit.
Diese Steuerbefreiung wird aber nicht an die deutschen Anteilseigner weitergegeben, wenn die Gewinne von der deutschen Muttergesell schaft ausgeschüttet werden. Es ist also sinnvoll, diese im deutschen Unternehmen zu thesaurieren.
Die Freihandelszone Shannon bietet die gleichen Steuererleichterungen auch für Exportgewinne, die nicht nur von Industriebetrieben, sondern auch von Handels- und Dienstleistungsbetrieben erzielt werden.
Weitere irische Lockvögel
Der Staat gewährt einmalig bis zu 12 700 Euro für jeden neuen Vollzeitarbeitsplatz.
Wer neue Produkte oder Verfahren kreiert, kann bis zu 50 Prozent der Kosten, höchstens 300 000 Euro kassieren.
Die irische „Limited” ist in der Regel in maximal zehn Tagen im Register eingetragen. Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich. Ein Gesellschafter reicht zur Gründung.

Offshore Korsika

Offshore Korsika

Die meisten Niedrigsteuergebiete innerhalb der Europäischen Gemeinschaft sind steuerlich autonom. Die übrigen, wie die Channel Islands oder Madeira, erhielten von ihren Mutterländern eine besonders günstige Steuerregelung zugesprochen, um die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb des Rahmens der EU-Regionalpolitik zu fördern. In einem letzten Versuch, die Autonomiebestrebungen der Mittelmeerinsel Korsika zu beschwichtigen, schlug Frankreich in den neunziger Jahren Steuerfreiheit für die Insel vor. Hätte die EU-Kommission zugestimmt, wäre Korsika 1996 eine Nullsteuerzone geworden. Die zuvor gegründeten Unternehmen profitierten bereits von einer Befreiung von der Ertragssteuer sowie einer reduzierten Mehrwertsteuer. Die Europäische Kommission verwarf jedoch eine „Freihandelszone Korsika”, da sich diese „nicht mit den Prinzipien der praktizierten europäischen Regionalpolitik” vereinbaren ließ. Die Kommission wollte keinen Präzedenzfall für andere Inseln innerhalb der EU schaffen. Eine Steueroase Korsika war damit besiegelt. Steuervorteile gibt es lediglich für bereits existierende Unternehmen. Die wurden seit 200 jedoch stufenweise von zunächst 80 auf 20 Prozent abgebaut.

Offshore Nordirland

Steueroase Nordirland

- Fläche: 13 843 qkm
- Einwohner: 1,73 Millionen
- Hauptstadt: Belfast
- Sprachen: Englisch, Irisch-Gälisch, Scots

Der Nordteil der grünen irischen Insel, die Provinz Ulster, gehört mit einer Fläche von 13843 qkm und 1,7 Millionen Einwohnern zum Vereinigten Königreich Großbritannien. Hohe Einkommensteuern (30 bis 60 Prozent) und Körperschaftsteuern (42 bis 52 Prozent) sowie die nach wie vor instabile Situation zwischen Protestanten und Katholiken machen das Land im Gegensatz zur südlich angrenzenden Republik Irland zur Wohnsitznahme nicht empfehlenswert.
Dennoch kann Nordirland für Produktionsansiedlungen interessant sein. Denn ausreichend gute Fachkräfte sind vorhanden, und Produktionsansiedlungen werden massiv gefördert. So gibt es für Fabrikbauten und Produktionsanlagen finanzielle Zuschüsse von bis zu 50 Prozent, und Abschreibungen im ersten Jahr von 54 bis 100 Prozent sind zugelassen. Für die Ausbildung von Arbeitern werden wöchentlich pro Person bis zu 30 Pfund gezahlt. Dazu kommen wöchentliche Lohnzuschüsse, Zuschüsse von bis zu 50 Prozent für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Exportversicherungen sowie eine 50-prozentige Steuerermäßigung für ausländische Arbeitskräfte.


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